Kurzpredigten zu einzelnen Versen



Hier werden kurze Andachten zu einer Auswahl verschiedener Verse gegeben.
die neueste Andacht steht immer oben ! (25.) Ausblick (Verse, zu denen bald was geschrieben wird)


Kol 4,12 Es grüßt euch Epaphras, der von euch ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit für euch ringt in den Gebeten, daß ihr vollkommen, völlig überzeugt in allem Willen Gottes dasteht.
Epaphras - ein Knecht Christi ! Ein Mann, der nicht mit Druck versucht hat, die Gläubigen bei der Stange zu halten, sondern der wohl wußte, daß die Festigkeit im Glauben von dem Wirken Gottes abhängt.
Ein Beispiel, das uns die Schrift selber gibt und damit auch deutlich macht, daß der Glaube nicht eine Sache menschlicher Manipulation ist, sondern vielmehr von Anfang bis zum Ende abhängig ist, vom Handeln des lebendigen Gottes am Menschen.
Gäbe es keinen lebendigen, persönlichen Gott und handelte er nicht am Menschen, wäre der christliche Glaube völlig nichtig und wertlos.
Umso mehr ermutigt uns das aber auch, wirklich auf den lebendigen Gott zu vertrauen und alle menschlichen Fehler und Schwächen ihm anzubefehlen und im Gebet darum zu ringen, daß sich in unseren Gemeinden der Wille Gottes durchsetzt.
Ob Lauheit, Gesetzlosigkeit, Lieblosigkeit, Unpersönlichkeit, Härte, mangelnde Gottesfurcht oder sonst etwas unser Gemeindeleben befallen hat:
Antworten wir in diesen Dingen zuallererst in der Weise des Epaphras - mit Gebet - anstatt in Trauer und Selbstmitleid zu versinken und dem Kritikgeist zuviel Raum zu geben.



1. Tim 6,11-12 Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor viele Zeugen.

"Du darfst nicht mehr ...." "Du sollst nicht mehr..." - Für viele ist das der Inhalt der christlichen Botschaft. Abgesehen davon, daß hier das gesamte Evangelium fehlt, muß gesehen werden, daß der Mensch, der sich an Christus hält, durchaus einen neuen Maßstab, das Wort Gottes, hat.

Allerdings genügt es nicht, einfach nur bestimmte Dinge nicht zu tun. Gott hat uns ein neues Leben geschenkt, das gefüllt werden möchte.

Wir sollen nach etwas streben. Haben wir diesen Ersatz nicht, werden wir auch wieder in die alten Gewohnheiten zurückfallen und das tun, was wir bisher getan haben.

strebe aber ... Kämpfe den guten Kampf des Glaubens ... Ergreife das ewige Leben ...

strebe aber ... Das heißt nicht einfach damit zufrieden sein, wie's jetzt ist oder sich geschlagen geben, da dies so hohe Forderungen sind. Es muß uns wirklich ein Wunsch sein, daß wir so werden und daß diese Eigenschaften unser ganzes Denken erfüllen.

Kämpfen bedeutet, nach den erwähnten Dingen zu streben.
Es ist deshalb ein Kampf, weil es unserem Ego gehörig gegen deen Strich geht. Wir wollen eigentlich gar nicht so sein. Z.B. Ausharren: Wir wollen immer gleich alles sofort haben. Dafür beten wir auch. Wir beten doch kaum dafür, daß Gott uns Geduld schenkt, damit wir noch länger warten können. Aber gerade das ist der gute Kampf !

Ergreife das ewige Leben ... wir sind dazu berufen. In Christus ist uns das ewige Leben geschenkt worden. Wir haben es bereits erhalten, wenn wir an ihn glauben.
Aber wenn wir nichts damit anfangen, sondern es brach liegen lassen, hat es keinen Einfluß auf unser Verhalten. Wir müssen es ergreifen, so wie ein Soldat sein Schwert ergreifen muß. In der Scheide nützt es ihm wenig.

Timotheus wird hier angewiesen, all den Reichtümern, die ihm durch das Reich Gottes geschenkt wurden, nachzujagen und sie in Besitz zu nehmen. Was hab ich von Eigentum, wenn ich nicht Besitzer bin ? Was nützt mir der Besitz, wenn ich nichts damit anfange?

hier werden wir gefordert, allem zu entfliehen, was uns von diesem Leben trennt und dem nachzueifern, was dem Leben entspricht.



1. Tim 6,17-19 Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewißheit des Reichtums Hoffnung zu setzen - sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuß -, Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.

Hier werden die Reichen aufgefordert, das wirkliche Leben zu ergreifen. Der Reichtum spielt eine Scheinwelt vor. Ein Scheinleben, das sich durch den äußeren Glanz sehr gut darstellt, das aber innen ausgehöhlt und leer ist.

Auch Christen, die dem Herrn nachfolgen wollen, stehe in der Gefahr, weiterhin in dieser Scheinwelt stehen zu bleiben. Sie setzen ihre Hoffnung, ihr Vertrauen weiterhin auf ihr Vermögen und vergessen ganz, daß all ihr Leben von dem Willen Gottes abhängt. Sie sehen auch nicht, daß Gott viel für uns bereit hält. Ja so gar das Genießen ist bei Gott erlaubt. Er selber gibt uns sogar Dinge zum Genuß.

Aber der Reichtum, der von heute auf morgen weg sein kann, scheint doch noch eine stabilere Stütze zu sein, als Gott selber.

Aber was bleibt ? Der Reichtum kann höchstens die zeitliche Zukunft absichern. In der Ewigkeit, wenn Gott unseren Lohn bemißt, dann werden unsere Reichtümer wenig Bedeutung haben. Für was haben wir unser Leben eingesetzt ? Was war uns wirklich wichtig ? Was hat unser Herz den ganzen Tag beschäftigt ? War es Gottes oder unser eigener Wille ?
Das sind die entscheidenden Fragen, mit denen uns Gott konfrontieren will.

Sammeln wir uns selbst eine gute Grundlage zur unsere Zukunft.



1. Tim 6,6-8 Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so daß wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

Zufriedenheit steht unserer Gesellschaft völlig konträr entgegen. Schließlich ist ja unsere ganze Wirtschaft auf das Wachstumsdenken ausgerichtet und daß heißt: immer mehr Wohlstand, immer bessere und schönere Geräte.
Der obige Vers erinnert uns daran, daß alles, was wir besitzen uns ursprünglich nicht gehört hat und uns auch nicht mehr gehören wird. Daher die Mahnung, Genügsamkeit zu suchen. Sie ist ein großer Gewinn.
"Der Mensch hat alles, der mit dem, was er hat, zufrieden ist" - eigentlich logisch. Aber es scheint in unserem Herzen verankert zu sein, daß wir nach immer mehr trachten und somit nie zur Rhe kommen.

Aber Genügsamkeit ist nicht etwas, das allein bereits ausreicht. Der Mensch, der versucht, seinen Sinn in der Genügsamkeit zu finden, wird genauso scheitern, wie der, der ihn im Reichtum sucht.

Hier wird von "Gottseeligkeit" gesprochen - das ist jene Art von Frömmigkeit, die nicht einfach religiöse Übungen macht, sondern eine wirklich gute Vertrauensbeziehung zu Gott sucht. Nur in dieser Beziehung, wo persönliches Vertrauen zu Gott gelebt wird, wird auch Genügsamkeit zu einem Gewinn. Eine religiöse Askese führt dagegen zu einem wahren Mangel, da man sich selbst der Dinge beraubt, die Gott gegeben hat, damit wir sie genießen (s.o.)



2Sam 23,13-17 Und drei von den dreißig Helden (Davids) gingen hinab und kamen zur Erntezeit zu David, in die Höhle Adullam; und eine Schar der Philister lagerte im Tale Rephaim.
David war aber damals auf der Bergfeste, und eine Aufstellung der Philister war damals zu Bethlehem.Und David hatte Durst und sprach: Wer wird mich mit Wasser tränken aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tore ist?
Da brachen die drei Helden durch das Lager der Philister und schöpften Wasser aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tore ist, und trugen und brachten es zu David. Aber er wollte es nicht trinken und goß es aus als Trankopfer dem HERRN; und er sprach: Fern sei es von mir, HERR, daß ich solches tue! Sollte ich das Blut der Männer trinken, die mit Gefahr ihres Lebens hingegangen sind? Und er wollte es nicht trinken. Das taten die drei Helden.

Auf den ersten Blick erschreckt uns vielleicht diese Reaktion Davids. Da haben drei Männer ihr Leben riskiert, um ihrem König etwas zu trinken zu bringen, und dann  - einfach weggeschüttet. Aber es kommt auf die Sichtweise an. Für David war as Opfer und das Risiko, das diese Männer für ihn gebracht haben, einfach zu groß, als daß er es für sich beansprucht hätte. Nein - er war es nicht würdig, dieses Opfer in Empfang zu nehmen. es gehört dem Höchsten.

An dieser Stelle sehen wir, wir doch in unserem Denken doch der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht. Aber gerade durch diesen Text will uns Gott etwas lehren:
Was heißt es wirklich konkret, daß Gott bei uns an erster Stelle steht ?

Wir werden herausgefordert. Ist uns Gottes Ehre soviel Wert, wie sie David Wert war oder wollen wir uns die Ehre Gottes nichts kosten lassen ?

Der Preis, den David zahlte, scheint uns zu übertrieben. Aber können wir, was Dank und Ehre angeht überhaupt übertreiben ? Oder ist das geringe, das wir geben können nicht viel  zu wenig gegenüber dem, was Gott uns geschenkt hat ?



1Tim 4,12 Niemand verachte deine Jugend, sondern sei ein Vorbild der Gläubigen in Wort, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Keuschheit.

Anerkennung ist auch bei jungen Gläubigen ein Wunsch. Gerade auch für junge Mitarbeiter ist es meist nicht leicht, die entsprechende Anerkennung und den respekt bei den Älteren zu bekomen.

Paulus gibt hier aber dem jungen Timotheus einen wichtigen Rat:
Die Anerkennung muß durch ein vorbildhaftes Leben, das zum Nacheifern anspornt, erlangt werden.

Es nützt nichts, einfach als aktiver junger Hupfer in der Gemeinde dazustehen. Das Leben muß vielmehr durch einen veränderten Lebenswandel.

Vorbild zu sein ist keine Sache des Alters. Ein junger Mensch muß kein schlechtes Vorbild sein - ebenso ist aber auch das Alter keine Garantie für ein gutes Vorbild. Auf die Qualität kommt es an und die Hängt nunmal von der Beziehung zum Herrn, zu Jesus, ab.



2. Sam 23,38 - Uria, der Hetiter.
Eine kurze aber dramatische Bemerkung: Uria, der Hetiter war bei den "Dreißig" dabei. Der Elitetruppe Davids. Diese Leute waren seine besten Kämpfer und durch sie gewann er viele Siege. Ihr Einsatz führte zur Befestigung seiner Macht. Einer davon war Uria, derselbe, den David töten ließ, um den Ehebruch mit dessen Frau Bathseba zu vertuschen.
Er war nicht irgendwer. er war kein unbekannter Soldat. david kannte seine Elite - die Dreißig. Jeden einzelnen davon. Und doch konnte er so kaltblütig planen.

Uria war seinem König treu bis auf den letzten Tag. Und David hatte keine Skrupel, dessen Leben auf Spiel zu setzen.

Die Truppe der tapferen Helden - und darin eine solche Tragik. Aber gerade an diesem Beispiel sehen wir, wie zerstörerisch die Sünde in unserem Leben ist, und daß wir ständig auf der Hut sein müssen, um nicht von dem brüllenden Löwen verschlungen zu werden.



2.Sam 23,10 ... So schaffte der Herr an jenem Tag eine große Rettung.

Die Berichte über die Helden Davids erinnern uns an die Richterzeit. damals wirkte Gott durch die Richter auch in wunderbarer Weise. Aber bei den Richtern wie auch bei den Helden wird deutlich: Letztlich waren nicht die Personen selber mit ihren Fähigkeiten und ihrer Kraft die entscheidenden Personen, sondern Gott, der durch diese Menschen gewirkt hatte.

Gott weiß, wo es bei seinem Volk mangelt und in was für Nöte sein Volk steckt. Immer wieder gebraucht er einzelne Menschen, durch die er sein Volk aus diesen Nöten befreit.

Selbst zu der Zeit, als David König war, hat Gott durch andere Menschen gewirkt. Es war nicht nur durch David selber.

Die Liste am Ende der David-Berichte zeigt, daß diese Leute nicht vergessen waren, wenn auch in den Berichten zuvor nur von David selbst die Rede war. Aber auch wenn unser Leben im Hintergrund abläuft, so sind doch unsere Dienste nicht verborgen vor Gott und werden eines Tages ans Licht kommen und werden viel heller erstrahlen, als wenn wir zu Lebzeiten diesen Ruhm bereits kassiert hätten.

Diese Helden waren bereit, ihr Leben im Vertrauen zu Gott zur Verfügung zu stellen. ihr Sieg und ihr Erfolg lag jedoch in Gottes Hand.
Auch bei uns kann Gott viel tun, sofern wir bereit sind, unser ganzes Leben loszulassen und es Gott zur Verfügung zu stellen.



1. Kor. 10, 23-24 Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. Niemand suche das Seine, sondern das des anderen.

Hier macht uns Gottes Wort deutlich, daß wir unsere Taten nicht nach Geboten oder Verboten beurteilen sollen, sondern auch nach dem Ziel und Zweck. Es gibt sicher vieles, was ich tun kann, wo kein direktes Verbot Gottes dahintersteht. Dennoch kann es falsch sein, wenn dabei allein die Befriedigung meiner Wünsche und meiner Bedürfnisse im Vordergrund steht.
Deshalb werden wir dazu aufgefordert, nicht das unsere (das was wir wollen) anzustreben, sondern unseren Blick auf das zu richten, was andere benötigen.
Die Zeit, die uns zur Verfügung steht ist äußerst knapp. daher sollten wir immer überlegen, was nützlich ist und was der Auferbauung des anderen und des Leibes Jesu dient.
Unser Egoismus macht uns oft zu schaffen, aber gerade ihn wollen wir im Glauben an unseren Herrn bekämpfen.



1.Kor 10,31 Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.

Es kann schnell passieren, daß man die profanen Dinge des Lebens nicht in das Glaubensleben miteinbezieht. Aber das ist vollkommen falsch. Gott möchte jeden Aspekt des Lebens bestimmen. Daher steht in diesem Vers auch, daß beim Essen oder Trinken oder bei sonst einer Tätigkeit es möglich ist, Gott die Ehre zu geben.
Wir Menschen möchten es lieber, wenn wir gezielt einzelne Aktivitäten zu seiner Ehre tun können, aber ansonsten in unserem leben nicht darauf achten müssen. Aber Gott will immer ein ganzheitliches Leben und kein geteiltes Christenleben (Alltag und Glaube).

Der Vers aber macht uns auch Mut, da wir daraus erkennen können, daß selbst die einfachen alltäglichen Dinge zur Ehre Gottes gereichen können. Mit sovielem haben wir zu tun und sind oft verzweifelt, weil so wenig Zeit für den Herrn bleibt. Aber wenn wir die Lektion aus diesem Vers verstehen, dann können wir umsomehr uns daran freuen, daß auch hier der Herr geehrt werden kann und will.



1.Kor 10,33 + 11,1 - .... wie auch ich in allen Dingen allen zu gefallen strebe, dadurch,m daß ich nicht meinen vorteil suche, sondern den der vielen, daß sie errettet werden. Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!

- Paulus wußte, daß das Evangelium nur Glaubwürdig ist, wenn es auch in aller Konsequenz ausgelebt wird. Der Vorwurf, den man berechtigter Weise den Sektierern macht ist, daß sie letztlich nur um ihretwillen Mitglieder werben, da sie sich einen Vorteil davon erhoffen.
Paulus suchte sich nicht seinen Vorteil, sondern eer strebte nach dem Vorteil der Vielen. Er sah die Notwendigkeit, daß viele errettet werden müssen und war daher bereit, sein ganzes Leben zurückzustellen.

Er wollte allen gefallen - d.h. nicht, daß er ihnen nach dem Mund redete und daß er ein sanftes Evangelium verkündete, nein - im Gegenteil - seine Botschaft war unmißverständlich und provozierte Viel Widerspruch. Aber er richtete sein Leben so nach dem Herrn aus, daß es eigentlich keine Angriffsfläche für andere gab. Sie mußten erkennen, daß es ihm um andere ging und nicht um ihn selbst.

Wenn wir das Evangelium verkündigen wollen und Menschen erreichen wollen, dann kann dies nur mit dem Sterben des eigenen Ichs einhergehen. Wenn wir selber gerne unseren eigenen Vorteil dabei suchen, wird unsere Botschaft schnell unglaubwürdig (auch wenn wir die Wahrheit sagen) und ihr wird nicht geglaubt. das Leben, das hinter der Verkündigung steht ist mit der Botschaft selbst untrennbar verbunden.


1. Kor 9,26+27 Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.

Der Vorwurf, den viele den Christen machen, daß sie Heuchler sind, kann man nicht einfach abschütteln, man muß ihn ernst nehmen.  Einerseits sehen die Menschen tatsächlich viel Heuchelei. Wenn wir ihnen dieses Vorurteil nehmen wollen, dann nicht  durch langes reden und Argumentieren, sondern durch unser Leben und unsere Tat. Paulus macht uns in diesem Vers deutlich, daß es viel kosten kann, ein solch konsequentes Leben zu führen, andererseits aber ist es die einzig richtige Antwort auf den Vorwurf der Heuchelei.

Wenn wir die Menschen für Christus gewinnen wollen, müssen wir selber auch in der Nachfolge stehen und dürfen uns nicht scheuen, seine Wege zu gehen.
Die Gefahr, daß man gerade da, wo man predigt, selber verwerflich wird ist groß. umso mehr ist wachsamkeit und eigenes praktisches Umsetzen des Erkannten gefordert.

paulus überlegt sich, wie er konsequent die nachfolge umsetzen kann. Er läuft nicht ins ungewisse, sondern er hat ein Ziel mit seinem ganzen Leben, einschließlich seinem Körper.



Josua 1,8 - Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Erfolg, das wünschen sich viele Menschen und die meisten sehen darin die Erfüllung ihres Lebens. Aber Gottes Wort zeigt uns, wie wir Erfolg haben können und wie wir unser Ziel ereichen können: nicht indem wir unseren eigenen Willen tun und unsere eigenen Ziele anstreben, vielmehr, indem wir uns nach dem Wort Gottes ausrichten und seine Ziele und Wege erkennen und sie verfolgen.

Dabei ist der Mensch sehr vergeßlich. Es genügt nicht, einmal kurz etwas gelesen zu haben. Wir müssen beständig das Wort lesen und ständig darüber nachsinnen. Wenn wir das nicht mehr tun, vergessen wir schnell und wir werden auch nicht mehr darauf achten, danach zu leben.

Schnell können dann einzelne Aspekte dees Evangeliums vergessen werden und dadurch eine Überbetonung anderer Dinge eintreten.

Warum steht hier eigentlich: "von deinem Mund weichen" ? - Weil man früher oft das Wort vor sich her gesagt hat, um es nicht zu vergessen. Es gab ja noch keine Taschenbibel, die jeder für sich haben konnte. Aber das Vor-sich-her-sagen hatte den Vorteil, daß man sich das Wort sehr gut eingeprägt hat.


2Tim 1,6 Aus diesem Grunde erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist

Gott hat uns Gaben gegeben, damit wir im Leib Christi dienen können. Diese Gabe ist notwendig und wird gebraucht. Wir können sie jedoch auch brachliegen lassen. Aber Gott möchte, daß wir diese Gabe anfachen, daß sie wie ein Feuer in unserer Gemeinde brennt, um so den Leib zu erbauen. Paulus erinnert sich an den guten Anfang, den der Glaube des Timotheus genommen hat. Jetzt aber ist seine Verantwortung gefragt. Gott will, daß wir mit dem, was er uns geschenkt hat, auch handeln.



Jer.45,4-5 Sage zu ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das breche ich ab, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, und zwar das ganze Land! Und du begehrst für dich Großes? Begehre es nicht! Denn siehe, ich bringe Unglück über alles Fleisch, spricht der HERR; aber dir will ich dein Leben zur Beute geben allenthalben, wohin du gehen wirst.

Wie unzufrieden sind wir oft. Baruch gab sich nicht damit zufrieden, daß Gott ihm Verheißungen über sein Leben gab. Wir leben mitten in einer Welt, die reif für das Gericht Gottes ist. Was erwarten wir von dieser Welt? Daß es uns darin gut geht? daß wir darin kein Leid erfahren müssen? daß wir uns in dieser Welt wohlfühlen können ?
Wir können dankbar sein, daß wir nicht mit dieser Welt gerichtet werden, sondern daß Gott uns von der Welt erlöst hat. So wie Jesus nicht von der Welt ist, so sind auch wir nicht von dieser Welt. Das drfen wir nicht vergessen. Aber wir trachten oft nach mehr. Dabei ist das Leben, daß uns in Christus geschenkt wird weitaus mehr als alle Reichtümer, die uns die Welt geben kann.



Lk 1,37 ... denn bei Gott wird kein Ding unmöglich sein.

rechnen wir wirklich mit Gottes Eingreifen in unserem Leben ? gerade wenn es uns um Gottes Ehre und um sein Reich geht, können wir wirklich viel von ihm erwarten. Wie schnell verzagen wir, nur weil wir nicht mit Gott, sondern nur mit unseren eigenen Möglichkeiten rechnen.
Hätte eine Elisabeth, die schon seit Jahren nicht mehr daran geglaubt hat, daß sie noch Kinder bekommen könnte damit rechnen können? Gott vermag vielmehr, als wir erdenken oder erbitten. Aber dabei dürfen wir nie vergessen, daß Gott in seiner Souveränität handelt und daß wir ihn nicht wie einen Computer (Gebet rein, Erhörung raus) verwenden dürfen. Aber gerade in Schwierigkeiten sollte uns dies Wort ein tiefer Trost und eine feste Zuversicht sein.



Pred 3,11+14 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er in ihr Herz gelegt, da sonst der Mensch das Werk, welches Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende herausfinden könnte. ... Ich habe erkannt, daß alles, was Gott tut, für ewig ist; es ist nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen; und Gott hat es so gemacht, daß man sich vor ihm fürchte.

Die Sehnsucht des Menschen nach Ewigkeit ist nicht etwas, was sich der Mensch ausgedacht hat. Gott selbst hat ihm diese Sehnsucht ins Herz gegeben, damit der Mensch sich aufmacht, um danach zu suchen.
Gott selbst macht alles für Ewig. Der Mensch ist für die Ewigkeit geschaffen.
Aber es ist traurig, wie wenig Menschen das ernst nehmen. Viele leben im Augenblick. Was nach ihnen ist, ist ihnen egal.
Auch Christen stehen in der Gefahr, diesen Blick für die Ewigkeit zu verlieren und sich nur noch um die alltäglichen Dinge zu sorgen. Aber wie gut, daß Gott stets daran erinert und durch sein Wort ermahnt.



Ausblick:


2. Petr 1,3+4 - da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid.

... Gott hat uns alles geschenkt, was wir brauchen, um ein Leben zu führen, das Gott ehrt



Rö 12,9-11 - Die Liebe sei ungeheuchelt, verabscheut das Böse, haltet fest am Guten. In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend; im Fleiß nicht säumig, brennend im Geist; dem Herrn dienend.

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Rö 8, 14-16 - Denn soviele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, zu dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt unserem geist, daß wir Kinder Gottes sind.

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1. Petr 4,10 Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes.

... Gottes Gaben sind verschiedenartig.



Phil 2,14-16 Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr unsträflich seid und lauter, untadelige Gotteskinder, mitten unter einem verdrehten und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens darbietet.

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Phil 4,11+13 ... Denn ich habe gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in welcher ich mich befinde. ... Ich vermag alles durch den, der mich stark macht.

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Ps 68, 20+21 Gepriesen sei der Herr Tag für Tag ! Er trägt für uns Last, Gott ist unsere Rettung. Gott ist uns ein Gott der Rettungen, und in der Macht des Herrn, des Herrn, stehen die Auswege vom Tod.

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Habakuk 3,18+19 ich aber will mich im Herrn freuen und frohlocken über den Gott meines Heils! Der Herr, der Herr ist meine Kraft; er hat meine Füße denen der Hindinnen gleichgemacht und wird mich auf meine Höhen treten lassen !

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Ps 81,5 Denn das ist Israels Pflicht; - Gott zu loben - der Gott Jakobs hat ein Anrecht darauf.

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