Was ist echter Glaube ?

Warum in der Bibel Glaube alles andere als ein "Nicht-Wissen" ist, wie es von vielen definiert wird

Stellen Sie sich vor, sie stehen an einer Schlucht, die unvorstellbar tief ist. Ein Seil ist darüber gespannt und führt auf die andere Seite.

Plötzlich kommt ein Mann mit einer Schubkarre. Er fährt auf dem Seil auf und ab. Er springt in die Luft

Die Menge ist begeistert. Dann fragt er in die Runde:

"Glaubt Ihr, daß ich auch Steine über die Schlucht fahren kann ?"

"Jaaaaaaaaaa" schreit die Menge ihm einstimmig zu.

Er nimmt ein duzend schwere Steine, läd sie auf den Schubkarren und fährt damit auf dem Seil über die Schlucht und wieder zurück.

die Menge ist begeistert und jubelt !

"Glaubt Ihr, daß ich auch einen Menschen über die Schlucht fahren kann ?"

"Jaaaaa, natürlich kannst Du das !" rief wieder die Menge.

Daraufhin wendet sich der Künstler an einen Zuschauer: "Dann steig ein." - Der schüttelt den Kopf und dreht sich weg - "Dann Du !" - ein anderer auch - "Du !" "Du !" " Du !" - alle, die er ansieht, gehen einen Schritt zurück.

Sie glauben alle, daß er es könne, aber glauben sie es wirklich ?

Nur der, der wirklich in die Schubkarre einsteigt, hat echten Glauben !

Glaube in der Bibel ohne praktische Konsequenzen ist tot und nutzlos.  Lebendiger Glaube vertraut wirklich und wagt etwas.

Rein theoretischer Glaube ist bedeutungslos. Echter Glaube hingegen hat nur dort einen Sinn, wo wirklich der Realität geglaubt wird. Ein Trugschluß kann tödlich sein.
 


 
 Petrus in Johannes 6,68 + 69 sagte, nachdem ihn Jesus gefragt hatte, ob er ihn verlassen möchte:

"Herr, zu wem sollten wir gehen ? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist."
 
Erkennen und Glauben gehört in der Bibel untrennbar zusammen. Wer glaubt, der hat auch erkannt. Wer erkennt, wer Jesus ist, der wird ihm auch ganz konkret vertrauen und sein Leben auf ihn aufbauen.

Das ist wahrer Glaube ! Der weiß, was Sache ist und daraus echte Konsequenzen zieht.


Warum der Glaube mehr als ein Weltbild ist

Glaube richtet sich immer konkret an eine Person. Es geht nicht darum, einer Theorie zu glauben oder eine Vorstellung anzuerkennen.

Glaube ist Beziehung.

Daher ist Glaube nicht nur ein Denken oder ein annehmen von Vorstellungen. Es ist ein konkretes Leben mit Gott.
Von Moses heißt es einmal in der Bibel, daß sie lebten, als sähen sie den Unsichtbaren (Hebr. 11,27)


Warum der Glaube "Opium für's Volk" sein kann, wenn er die falschen Inhalte hat ?

Marx hatte recht, wenn er sagte, daß Religion Opium für's Volk ist !

Was ist die Gefahr des Glaubens ? Es wird dann gefährlich, wenn man den Verstand nicht mehr gebrauchen darf.
"Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele, deinem ganzen Verstand und ddeiiner ganzen Kraft!" - So lautet das erste Gebot. Wenn wir den Verstand nicht einschalten, können wir Gott damit auch nicht lieben. Gott hat uns den Verstand gegeben, damit wir ihn einsetzen.

Religion ist Opium, weil der Mensch durch äußere Riten und Handlungen nicht merkt, wie weit er eigentlich von Gott weg ist. Äußerliche Dinge treten in den Vordergrund und verhindern so eine echte persönliche Beziehung zu Gott.

Der Mensch, der sich mit wenigen religiösen Riten zufrieden gibt, sucht nicht mehr nach Gott, obwohl er ihn noch gar nicht gefunden hat.

Jesus nannte die religiösen Leute seiner Zeit "blinde Blindenleiter", weil sie den Menschen vorgaben, wie sie Gott verehren sollten, ohne ihn selber wirklich zu kennen. Genau aus diesem Grund legte er sich auch so oft mit ihnen an.


Hauptsache ich glaube - an was ist doch egal ! - Wirklich ?

Wenn es eine absolute Wahrheit gibt, dann nicht !

Denn es geht nicht darum, die Wahrheit zu suchen, sondern sie zu finden und daran zu glauben.

Nicht was ich glaube ist wahr, sondern ich will an das glauben, was wahr ist ! Das ist ein Unterschied !

 Niemand kann konsequent so leben, wie wenn es keine absolute Wahrheit gäbe.

Wenn ich an der Ampel stehe und es wird grün, vertraue ich darauf, daß für den Querverkehr die Ampel auf rot steht. Ich käme nicht vorwärts, wenn ich ständig damit rechnen müßte, daß auch für die anderen die Ampel auf grün steht. Hier gibt es keine subjektive Sicht.

Entweder hat ein persönlicher Gott diese Welt geschaffen oder nicht. Es ist nicht möglich, daß er nur einen Teil der Welt geschaffen hat für die, die daran glauben. Wenn ich davon ausgehe, daß es keinen persönlichen Schöpfergott gibt,  dann ist das auch eine absolute Aussage, aber die Realität, die hinter dem Ganzen steht, ist unabhängig von meinem Glauben.

Ich kann behaupten, daß es für den Menschen nicht möglich ist, die Wahrheit zu erkennen.


allein durch Glauben gerettet ? - Die Rechtfertigungslehre

Ist das nicht ein wenig zu einfach ? Viele haben damit ein Problem, da sie darin die Gefahr eines billigen Glaubens sehen. Aber ist die Gnade, wie sie uns in der Bibel erklärt wird, wirklich so billig ?

Was sagt die Bibel zur Rechtfertigung ?

Es gibt keinen Menschen, der so gerecht ist, daß er mit seinen eigenen Werken (Taten) vor Gott bestehen kann.
Alles, was der Mensch tut, reicht nicht aus. Gottes heiliger Anspruch an den Menschen ist größer.

Was ist die Lösung ?
Hier einige Ansätze, die möglich sind:

"In der Macht des Herrn stehen die Auswege vom Tod" (Ps 68,20)
Es liegt in Gottes Gewalt wie und auf welche weise er uns erretten will.

Er hat sich folgendes ausgedacht:

Gott bleibt seinem Maßstab treu. "Der Mensch, der sündigt, der muß sterben."
Es gibt keine Ausnahme. Wir alle stehen unter dem Urteil Gottes, daß wir Sünder sind. Doch Gott will, daß wir leben und daß wir ewiges Leben bekommen. (Ewiges Leben bezieht sich in der Bibel nicht nur auf das Leben nach dem Tod!)
Da nun unsere Schuld gesühnt werden muß, stehen wir in einem Dilemma, da wir unsere Sünde nicht rückgängig machen können, aber Gott seinen Prinzipien treu bleibt.

Daher hat Gott uns seinen Sohn Jesus gesandt. Er kam, um unsere Schuld auf sich zu nehmenund für uns zu sterben.
Nur deshalb haben wir eine Chance. Die Barmherzigkeit  und Liebe Gottes zeigt sich nicht darin, daß Gott unsere Schuld übergeht, sondern daß er selber dafür gesorgt hat, daß sie gezahlt wurde !
Da Gott aber dem Menschen den Willen läßt, dies anzunehmen oder nicht, macht er die Rechtfertigung vom persönlichen Glauben an seinem sohn abhängig. Jeder, der an ihn glaubt und die erlösung annimmt, wird gerechtfertigt ud steht nicht mehr als Sünder, sondern als Heiliger vor Gott. Seine Sünde ist abgewaschen.

Diese Gnade ist nicht billig, denn sie kostete dem Sohn Gottes das Leben und uns kostet sie den Stolz, da nichts mehr übrig bleibt an Werken, deren wir uns rühmen können.