schwierige Themen

Die hier angesprochenen Themen sind nicht leicht zu behandeln. Oft gibt es dazu auch diverse unterschiedliche Meinungen.
Aber auch in den schwierigen Fragen können und sollen wir Antworten aus dem Wort Gottes entnehmen.
Daher werden auch hier mehr Bibelstellen genannt, als Erklärungen gegeben.

Zu folgenden Themen wurde bereits etwas geschrieben:
 


 



Kann der Christ sündfrei leben ? Kann ein Christ noch sündigen ?

Beide Fragen  sind sehr wichtig und entscheidend für viele Christen. Schließlich geht es nicht nur um einen banalen Punkt.
Im Lauf der Geschichte des Christentums gab es immer wieder diverse Gruppen, die eines dieser beiden Lehren vertreten haben.
Wenn ein Christ sündfrei leben kann - was bedeutet es für den Christen, der wieder in Sünde gefallen ist ?
Wenn ein Christ weiterhin sündigen kann, was unterscheidet ihn dann vom Nicht-Christen ?

Zwei wichtige Bibelstellen dazu sind der 1. Johannesbrief und Römerbrief 6 und 7.

Die wichtigsten Verse dazu:
1. Johannesbrief
1,8 - Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
1,9 - Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
2,1+2 - Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

Johannes schreibt hier nicht an Menschen, die sich erst noch bekehren müssen, sondern an bereits Gläubige:
     2,12  - Ich schreibe euch, Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen.

Für den Christen ist es also möglich, daß er noch sündigen kann, aber heißt das, daß ausgeschlossen ist, daß er sündfrei leben kann ?

Gerade auch im 1. Johannesbrief stehen die Verse, die das vermuten lassen:
3,9 - Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.
5,18 - Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an.

Das für sich genommen steht aber im Wiederspruch zu den vorherigen Versen. Die Ermutigung, die am Anfang gegeben wird, würde hier zu einem Urteil werden. Also muß es anders verstanden werden.
Hierzu jetzt Verse aus
Römerbrief :
6,17+18 - Gott aber sei Dank, daß ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid! Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.
Der Gläubige war Sklave der Sünde, ist es jetzt nicht mehr.
6,11-13 - So auch ihr, haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus. So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, daß er seinen Lüsten gehorche; stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit.
Der Gläubige soll jetzt auch gemäß dieser Tatsache leben.
Der (gläubige) Paulus schreibt über sich:
7,15 - denn nicht was ich will, tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus.
7,17 - Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.
Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt...
7,20 - Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.
7,22 - Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet ...
(vgl. dazu Gal 5,17 - Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr tun wollt.)

Diesem Konflikt zwischen dem vom Gott geborenen Geist Gottes und der sündigen Natur des Menschen wird der Christ nicht entgehen können. Er darf im Glauben diesen Kampf führen und dabei auch Sieg erfahren, doch wird er auch immer wieder das sündhafte Wesen in sich entdecken. Dadurch wird der Christ zwar durch die Gnade Gottes der Sünde Kontra geben können, aber zu behaupten, daß der Christ völlig ohne Sünde leben kann, ist nicht biblisch und entspricht auch nicht der erlebten Realität.
Zu resignieren und der Sünde keinen Widerstand zu leisten ist aber genauso falsch und leugnet die Kraft Gottes, durch die der Mensch überwinden kann.