Was ist der Sinn des Lebens ?

Eine Frage, die sich jeder stellen sollte, auch der, der meint, er hätte bereits den Sinn des Lebens gefunden.


Das, was die meisten als Sinn des Lebens verstehen, ist das persönliches Empfinden, ob ihr Leben sinnvoll ist.

Doch: Ist der Sinn des Lebens von unserem persönlichen Eindruck abhängig ?
Gibt es einen Sinn für unser Leben außerhalb unseres Seins ?

Von was ist es nun abhängig, ob dein Leben sinnvoll ist oder nicht?

Viele machen den Sinn daran fest, ob das was sie tun, sinnvoll ist.

Aber: Hängt die Sinnhaftigkeit unseres Lebens wirklich an dem, was wir tun?

Sinnvoll bedeutet für die meisten, dass das Leben ausgefüllt ist, dass man mit Aufgaben beschäftig ist, die man selber für sinnvoll erachtet.

Woran machst Du fest, ob du einen sinnvollen Tag hattest?

Unsere Vorstellung von Sinn wird schnell in Frage gestellt, wenn wir das nicht mehr tun können, was wir selber als sinnvoll erachten. Wenn z.B. Krankheit, Leid, Schwachheit unser Leben bestimmen.

Die eigentliche Frage aber ist nicht, ob mein Leben, so wie ich es führe, sinnvoll ist, sondern ob ich entsprechend dem Sinn lebe, den mein Leben hat. Ich kann durchaus ein sinnvolles Leben haben, im Sinne „ausgefülltes Leben“, trotzdem an meinem Sinn vorbei leben.

 
Stell Dir vor, ein Schraubenzieher liegt hinter einem Schrank auf dem Boden – ein ziemlich sinnloses Dasein, oder ?
Er wird gefunden und der Finder steckt ihn als Kunstobjekt in einen Blumentopf als Zierde. Ist nun sein Dasein sinnvoll ?
Manche sehen diesen Schraubenzieher und freuen sich daran, finden es lustig, bewundern die Idee dessen, der das gemacht hat.
Aber  ist das nun  der Sinn des Schraubenziehers?

Sicher, es ist besser, als einfach sinnlos rumzuliegen. Aber er wurde für etwas anderes erdacht und hergestellt. Der Herrsteller hat ihn gemacht, um damit Schrauben raus- und reindrehen zu können.  Das ist sein Sinn !

Um das zu verstehen müssen wir zurück an den Anfang, an den Ursprung des Menschen:

 Hierzu schreibt die Bibel:

1. Mo 1,26  "Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich."

Wir sehen hier einen Bruch in der bisherigen Beschreibung der Schöpfung.

Dieses „Laßt uns“ (wörtl. „wir wollen“) zeigt uns die tiefe Absicht Gottes für unsere Existenz. Warum bin ich da? Was soll ich hier ? Weil Gott diesen Entschluss gefasst hat, sich ein Bild zu machen, das ihm gleich sei.

Dieser Grund für meine Existenz ist unabhängig von meiner Stellung zu Gott.  Ob ein Mensch an ihn glaubt oder nicht - er ist deshalb geschaffen worden, um als Ebenbild Gottes zu leben.

Was  dies bedeutet, verstehen wir umso besser, wen wir uns diesen Vers genauer  betrachten:

„und Gott sprach“

(Gott sah, dass es gut war = Abschluss) Die ganze Schöpfung war zwar gut, man könnte meinen, es reicht aus, aber sie war noch unvollkommen ohne den Menschen.

Dies zeigt uns auch Kap 2,5: die Schöpfung funktionierte nicht ohne den Menschen.
"Es war aber noch kein Strauch des Feldes gewachsen auf der Erde, noch irgendein Kraut auf dem Feld; denn Gott der HERR hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde, und es war kein Mensch da, um das Land zu bebauen."

Die Erde konnte nicht ohne Gottes Handeln aber auch nicht ohne des Menschen Handeln so sein, wie sie gedacht war. Siehe auch Vers 6 (hier hat Gott bewässert, aber es musste dennoch erst der Mensch geschaffen werden, um sie zu bebauen). Gott hat den Menschen von Anfang an als verantwortungsvolles Wesen geschaffen. Gott ist nicht abhängig von dem Menschen, aber hat ihn verantwortlich gemacht. Das bedeutet:

Das, was der Mensch tut und was er nicht tut, hat Auswirkungen (positiv wie negativ) – nicht allein auf ihn selbst bezogen, sondern auf die ganze Schöpfung. (Missbraucht der Mensch seine Verantwortung oder nimmt er sie nicht wahr gibt es Not in der Welt)

Das ist der erste Aspekt der Ebenbildlichkeit.

 Laßt uns“ (wörtlich: wir wollen ... machen)

– eine andere Art des Redens (zuvor heißt es immer: „und Gott sprach…und Gott machte“)

- Im Vers zuvor: „die Erde bringe hervor“ Apell an die bestehende Schöpfung.

– Doch bei der Erschaffung des Menschen: gemeinsames Werk des Vaters und des Sohnes. Aufforderung zu sich („wir“)

– dies zeigt den besonderen Willen, den Gott für dieses "Projekt" hat.

- hier wird betont, dass die ganze Dreieinigkeit Gottes (der Vater, der Sohn, der Heilige Geist) bei Erschaffung des Menschen involviert ist. Der Mensch ist das „Ergebnis“ aus der Kommunikation des Vaters, des Sohnes und des Geistes untereinander.

Im NT wird es noch deutlicher, dass die ganze Dreieinigkeit an der Erlösung – und damit an der Wiedergeburt, der Neuschöpfung - beteiligt ist (Johanes-Evangelium 14,17+23 – wer wohnt in den Gläubigen ?). Für den Sohn war sogar schon klar, was dies bedeuten würde, da er bereits vor Grundlegung der Welt auserwählt war, das Lamm zu sein. (1.Petr 1,19-20)

ein Bild (w. in unserem Bild) (wörtlich: Schattenbild)

Im 2.Gebot: wir sollen uns kein Götzenbild („Bildnis“) von Gott machen – Gott hat sich selbst ein Bild gegeben. (in 2.Mo 20 wird ein anderes Wort als in 1Mo1,26 verwendet)

- „unserem“: Offenbarung der Dreieinigkeit (Bild ist Einzahl) steht in direktem Zusammenhang mit der Erschaffung des Meschen. Damit wird deutlich, dass der Mensch die Dreieinigkeit widerspiegeln soll.

Die Ebenbildlichkeit macht jeden Menschen wertvoll: 1.Mo 9,6 (der Mensch steht unter dem persönlichen Schutz Gottes)

„uns gleich“ (entsprechend unserem Gleichnis) (nachmachen, ähneln – w. gemäß unserer Gleichheit )

Kann der Mensch überhaupt Gott ähnlich sein? Sollen wir nun Gott ähnlich werden oder nicht?

„Gleichnis“: bringt etwas zum Ausdruck, aber es ist nicht ganz dasselbe.

Was ist nun die Sünde, für die Adam erurteilt wurde?  Gleichheit in Gottes Souveränität/ Göttlichkeit sein zu wollen ist entgegen Gott, aber es ist nicht falsch seinem Wesen und seinem Charakter ähnlich sein zu wollen.

In den Gleichnissen Jesu zum Reich Gottes, wird Gott meist mit einem Menschen verglichen. „Mit wem soll ich vergleichen?“ – das ist das gleiche gr. Wort wie in 1.Mo 1,26 (LXX)

Der Mensch ansich ist aber ist als Gleichnis geschaffen worden. An seinem Wesen und Tun kann etwas von Gottes Wesen erkannt werden. Darum hat der Mensch auch gleich den Auftrag bekommen, über die Erde zu herrschen. Diese Herrschaft sollte natürlich die Herrschaft widerspiegeln, wie Gott sie auf die Erde  ausübt (verantwortungsvoll, positiv gestaltend und bewahrend).

Nun  ist aber durch den Sündenfall das Gleichnis entstellt. Der Mensch hat sich von Gott entfernt und  spiegelt nicht mehr Gottes Wesen wider, sondern handelt in eigener Regie. Die Konsequenzen sehen wir Tag für Tag.

Aber: Auch nach dem Sündenfall ist der Mensch noch Ebenbild: (1.Mo 9,6); Jak 3,9.

Auch ohne Sündenfall/ Erlösung gibt es ein sinnvolles Leben. Der Sinn – die Absicht Gottes für den Menschen - ist durch den Sündenfall nicht verloren gegangen, aber der verlorene Mensch  lebt nicht mehr entsprechend diesem Sinn.

Durch das Evangelium kam nicht erst der Sinn des Lebens in diese Welt. Er war schon immer da, aber durch das Evangelium werden Menschen wieder zurückgeführt, dass sie entsprechend ihrem Sinn leben können.

 Um die Ebenbildlichkeit wirklich zu verstehen, müssen wir uns mit dem Wesen Gottes beschäftigen.

Der Mensch soll nicht nur ein Gleichnis für einzelne Eigenschaften Gottes sein, sondern auch für die Beziehungen der drei Personen innerhalb des einen Gottes.

  Die Dreieinigkeit in sich hält Beziehung innerhalb der Dreieinigkeit:

 Darum sollte der Mensch auch widerspiegeln:
Liebe zu Gott und den anderen,
Gott und den anderen dienen,
Gott verherrlichen.

Gleichnis sein: Das ist nur in Abhängigkeit zu Gott möglich. Selbst Jesus – als Mensch – handelte in vollständiger Abhängigkeit zum Vater: Joh 12,49:

„Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.“

Ebenso tat auch der Hl. Geist nichts aus sich selbst.

Jesus ist das vollkommene Gleichnis

Von Jesus wird gesagt: Hebr 1,3 (Er ist Abdruck des Wesens Gottes vgl. Münze, die das Gesicht des Kaisers abbildete.): d.h. das vollkommene Ebenbild, die exakte Wiedergabe des Wesens Gottes. An Jesus sehen wir 100%-tig, wie Gott ist. Er ist wirklich  „Gemäß unserem Gleichnis“, er ist das Gleichnis selber !!

 „Bild“: Schatten (nur möglich, wenn auch realer Gegenstand, der seinen Schatten wirft). Darum gibt es auch viele Übereinstimmungen zw. AT und Christus. Nicht nur prophetisch, sondern Gott hat Freude daran, wenn Menschen etwas von dem widerspiegeln, was den Sohn offenbart. Darum konnten die Schreiber des NT auch Ereignisse des AT immer wieder auf Christus beziehen.

Weil Jesus das vollkommene Bild ist, kann er auch uns zu seinem Bild machen.

Erlösung durch Jesus Christus führt den Menschen zu dem zurück, zu was eigentlich gedacht ist. Durch Glauben: wir werden hineingenommen in die Dreieinigkeit !
Formulierungen im NT: Christus in uns, Christus im Vater, wir in Christus. Der Geist in uns. Der Geist verwendet sich für uns.

Durch den Glauben wohnt Jesus in den Gläubigen. Er spiegelt sozusagen von Innen heraus und nicht von außen. Was man an uns sieht ist, wie sehr Jesus sein Leben nun in uns leben kann und wieviel davon nach außen dringt. (das ist die Herrlichkeit, die wir verloren haben – Rö 3,23)


Was bedeutet das nun für unser alltägliches Leben?

 Aussagen im NT:

Bergpredigt: wie der Vater … (barmherzig, heilig, …) ist, so sollt auch ihr …(Mth 5,44+45; 5,48;Lk 6,36)

Briefe im NT: Gleichwie Christus … so auch ihr … (Liebe – Eph 5,2, Vergebung – Kol 3,13; )

Phil.: Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus war

Eph5,1: Seid Nachahmer Gottes (Gleichnisse Gottes) als geliebte Kinder

(das ganze Kap. 5 im Epheserbrief ist ein Zeugnis davon, wie wir „gleichwie Christus“ leben sollen. Widerspiegeln der Dreieinigkeit: Einheit in der Verschiedenartigkeit (Ehe, Familie, Gemeinde)

1.Joh 4,19: Wir lieben, weil Gott uns geliebt hat

Joh 17,26: damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen

Joh 17,22: eins sind, wie wir eins sind (siehe in Joh 17 wie oft das Wort „gleichwie“ vorkommt)

 -> in dem, worin wir stehen, Gottes Wesen widerspiegeln. (Arbeit, Familie, Dienst, Verhalten gegenüber Menschen, Leid)

 
Unsere jetzige Hoffnung: Warten auf die völlige Umgestaltung

 Das Warten auf die Wiederkunft Jesu hängt eng mit der Sehnsucht zusammen, ihm gleichgestaltet zu sein.

 Phil 3,20-21: „unser Bürgerrecht ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“

Diese Sehnsucht, dieser Wunsch ist auch ein wichtiger Aspekt in der Heiligung.

Das aktive Erwarten auf das Kommen Jesu und auf die vollkommene Gemeinschaft mit ihm ist mit unserem Leben hier und jetzt eng verbunden.

 (2Kor3,18): Jetzt schon fortlaufend werden wir verwandelt in das Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Das Ziel der Errettung – die beständige Ähnlichkeit zu Christus, zu dem vollkommenen Abbild Gottes.

 Dieses Wissen, dass alle Menschen Ebenbild Gottes sind, ist auch Motivation für Evangelisation und Mission (Jüngerschaft)

Menschen sind geschaffen worden, Ebenbild Gottes zu sein. Nun muss ihnen verkündigt werden, dass sie dies auch sind und dass sie  durch Christus auch wieder dahin geführt werden, dass sie als solche auch leben.

Die Bloße Errettung des Menschen vor der Verlorenheit (Hölle) ist nicht die alleinige Motivation.

 Plaulus schrieb:
„Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“ (Gal 4,19)

Kol 1,27-28 „Christus in euch. Die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen.“